Ehemaliger Hof der Fam. Kühn

Umweit vom Luisenhof stand seit 2010 ein Dreiseithof zum Verkauf. Der Hof steht teilweise unter Denkmalschutz und ist unmittelbar am Chursbach gelegen. Alte Dokumente lassen auch auf eine Vierseitform schließen, deren Anfänge sicher auch weit zurückgehen.

Um das Jahr 2012 ergaben sich Gespräche und Begegnungen, die durch den Erwerb eine sinnvolle Ergänzung unseres Wirkens erkennen ließen, so dass wir am 5. April 2012 den Kaufvertrag mit dem Erben von Fam. Kühn unterzeichneten. Die Namensgebung erklärt sich aus der rosé-Farbgebung der beiden Scheunen, die einen Anklang von Rosen in sich tragen. Wie wir nachträglich erfuhren, waren Rosenpflanzen an der Giebelseite der Scheune sehr lange ein prägnantes äußeres Zeichen.

Eine Familie mit zunächst 3 (kurz darauf 4) Kindern stand schon in den Startlöchern und belebte das Anwesen auf eine neue, wundervolle Weise u.a. mit Ponys und Ziegen. Mitte 2014 stand jedoch wieder ein Veränderung an und der Hof blieb seitdem leerstehend.

Bauplan Neubau Scheune 1910 und Abriss von zwei Vorgänger-Gebäuden

Hofchronik

Jahr Eigentümer Bemerkungen
um 1546
(genaueres unklar)
Richter, Peter oder auch Barthel, Vogel (unsicher)
ab 1596 (etwas davor) Steinbach, Michael  
13.02.1604 Richter, Valten  
13.01.1637 Richter, Peter  
17.08.1637 Richter, Georg  
19.03.1660 Landgraf, Georg  
23.06.1692 Landgraf, Georg jun.  
01.07.1736 Stiegler, Johann (Schwiegersohn)
02.05.1775 Stiegler, Johann Michael  
18.11.1800 Stiegler, Johann Michael  
1832 Stiegler, Johann Michael  
10.11.1853 Stiegler, Christian Gottlieb Friedrich gekauft von seinem Vater
für 9.136 Taler, ein
Stiegler Gottlieb ist bis 1815 Eigentümer vom Luisenhof
14.02.1880 Lindner,
Friedrich Hermann
gekauft für 34.300 Mark
27.05.1892 Lindner, Johannes Max ererbt vom Vater
23.01.1901   Die Zwangsversteigerung ist angeordnet worden und findet am 18.04.1901 statt. 17,49 ha groß auf 30.000 Mark geschätzt.
19.06.1901 Forkmann, Otto Paul Wirtschaftsgehilfe aus Niederelsdorf
11.09.1933 Forkmann, Paul Alfred ab 1935 wird der Eigentümer als Bauer eingetragen
05.12.1960 Kühn, Christa Elisabeth,
geb. Forkmann
als Bäuerin übernommen vom Vater
05.02.1986 Kühn, Martin ererbt von Ehefrau
16.08.1989 Kühn, Matthias Übertrag auf den Sohn
05.04.2012 Heilpädagogisch-
Künstlerisches Therapeutikum Chemnitz e.V.
gekauft von Kühn Matthias als Erbe

Ursprünglicher Zustand

Hiermit einige Fotos zum Bestand im Mai 2014 vor Beginn der Renovierungsarbeiten:

Bestandsfotos Mai 2014

 

Große Scheune mit Teilansicht Wohnhaus vom Innenhof

Aussenwohnstelle Luisenhof

Die Zeit der Leerstandes wurde intensiv für Renovierungsarbeiten am Wohnhaus genutzt. Nach anfänglichen Zögern war doch ein gründliches Entkernen aller Räume mit kleineren Veränderungen der Raumaufteilung unvermeidbar. Die Sanierung im Sinne unseres "natur- und menschengemäßen" Anspruchs in traditioneller Lehmbauweise und konsequent ökologischen Baustoffen erwies sich als heilsam für das Raum- und Wohlfühlklima. Ein kleiner Einblick in den aktuellen Arbeitstand ist in dem untenstehenden Bericht ersichtlich.
Zukünftige Wohnmöglichkeiten auf dem Rosenhof haben wir seitdem vielfach bewegt, wurden jedoch immer wieder vom Tagesgeschäft und damit einhergehender sozialen Veränderungen überollt. Die Idee einer Wohngruppe von maximal 7-8 Personen mit Arbeitsanbindung an den Luisenhof hat sich als dauerhaftes Ideal erwiesen.... Und tatsächlich wurde der Rosenhof mit zunächst 5 - aktuell schon 6 - Luisenhöfler´n Mitte März 2017 bezogen.
In der Scheune hat das Bau- und Gerüstlager und eine Holzwerkstatt Platz gefunden.
Die Töpferstube im ehemaligen Kuhstall wurde bis Anfang 2018 vollendet, eine Töpferin hat begonnen - die offizielle Eröffnung wird im Frühsommer stattfinden.
Bericht zum Bautenstand Ende 2015
Bericht zum Bautenstand Ende 2016
Bauteam im Sommer 2015 nach dem Einbau eines historischen Gewändes für die Eingangstür